Das Wort Booster kommt aus dem Englischen und hat eine Grundbedeutung als Verstärker, Treiber oder ähnliches
und wird sowohl in der Strömungstechnik, der Elektrik als auch in anderern Bereichen verwendet.
Am bekanntesten dürften die Treibraketen des Space Shuttle sein.
Ein Zahlenbeispiel zur Verdeutlichung der Verhältnisse
Kolbendurchmesser = 40 mm
Kolbenstangendurchmesser = 8 mm
pR soll maximaler Betriebsdruck sein ( Druckregler ist ganz aufgedreht, pR = p1 )
KV = D²/ (D² - d²) = 1,04
p2 = p1 x 1,04 + p1 = 2,04 x p1
Durch verschiedene Reibverluste und ähnliches wird also annähernd
eine Verdoppelung des Eingangsdrucks erreicht.
Druckbooster
Druckbooster werden in der Pneumatik als Druckverstärker verwendet. Ihr Einsatz ist zum einen dann interessant, wenn es darum geht, in einer Anlage den Druck punktuell zu erhöhen. In solchen Fällen müssen dann nicht die ganze Anlage
oder Anlagenabschnitte mit übermäßig hohem Druck versorgt werden. Dies würde zu deutlich höheren Betriebskosten führen.
Allerdings ist wichtig, dass Druckbooster kein Ersatz für Kompressoren sind! Bei Dauerbetrieb muss damit gerechnet werden, dass die Antriebskolben nach ca. 1000 bis 2000 Betriebsstunden verschlissen sind und vorsorglich ausgetauscht werden sollten.
Zum anderen bietet sich ein Druckbooster-Einsatz aber auch in mobilen Geräten – also in der Mobilpneumatik – an. Hier kann mit recht kleinen Kompressoren zunächst ein geringer Druck erzeugt und dann mit Hilfe des Boosters verstärkt werden.
Zwar benötigt der Druckbooster außer der Druckluft keine weitere Fremdenergie – hat dafür aber einen recht hohen Eigenluftverbrauch und deshalb eine weniger gute Energiebilanz.
In pneumatischen Schaltungen wird der Druckbooster mit dem nebenstehenden Schaltsymbol dargestellt ( hier mit Druckregler ).
Schaltsymbol für einen Druckbooster ( Hier mit Druckregler. )
Die Druckbooster zählen zu den Doppelkolben-Druckübersetzern und können ausschließlich Luft verdichten.
In der Grundvariante besteht der Booster lediglich aus dem Doppelkolbensystem und dem Umschaltventil für eine kontinuierliche Arbeitsweise. Mit diesem Grundaufbau wird der Eingangsdruck automatisch verdoppelt
– die Einstellung einer geringeren Druckverstärkung ist hier nicht möglich. Bei Druckboostern, die zusätzlich noch über einen Druckregler verfügen, kann die Druckverstärkung auf einen Wert unterhalb der Verdoppelung reduziert werden.
In diesem Fall reduziert der Druckregler den Druck, der in den Außenkammern wirkt. Dieser ist für die erreichte Druckverstärkung entscheidend. Funktionsbedingt kann jedoch keine Druckverstärkung erreicht werden, die über einer Verdoppelung liegt.
Der Betriebsdruck | 7 | belüftet über zwei Rückschlagventile | 5 | die Volumina 1 | 3 | und 4 | 2 | direkt und permanent.
Über das Umsteuerventil | 6 |wird das Volumen 3 | 4 | ebenfalls belüftet und Volumen 2 | 1 | entlüftet. Da nun Druck auf zwei Kolbenflächen gleichzeitig wirkt, steht mehr als die einfache Kolbenkraft zur Verfügung. Je nach Einstellung des Druckreglers steht insgesamt maximal die doppelte Kolbenkraft zur Verfügung.
Sobald die Kolbenstange die Endlage erreicht, wird das Umsteuerventil umgeschaltet. Das geschieht mit Hilfe eines Absatzes an der Kolbenstange. Dieser Absatz gibt eine Verbindung | 2 | von Volumen 1 zur Vorsteuerleitung | 3 | des Umsteuerventils frei. Die Detailabbildung zeigt einen Kolbenabsatz zum Öffnen der Verbindung zwischen verdichtetem Volumen und der Vorsteuerleitung des Umsteuerventils.
Das Anschließen des Speichervolumens | 1 | am Ausgang des Druckboosters ist eine Option, um die Pulsation des Boosters zu glätten. Wird so ein Volumen verwendet, so kann dieses parallel an den Betriebsdruck des Druckboosters angeschlossen werden.
Auf diese Weise kann der Speicher mit dem Eingangsdruck befüllt werden und der Druckbooster muss lediglich die Differenz zwischen Ein- und Ausgangsdruck leisten.
Bei der Verwendung von nicht rostfreien Speichern sollte zwischen dem Booster und dem Speicher ein Filter eingebaut werden, um eventuell entstehende Rostpartikel nicht in den Booster gelangen zu lassen.
Der Eigenluftverbrauch des Druckboosters entsteht durch das wechselseitige Befüllen der Kolben, durch die Verwendung eines kleinen Teils der verdichteten Luft zum Betätigen des Umsteuerventils und durch eine – allerdings sehr geringe – Leckage. Der Eigenverbrauch hängt vom gewählten Verstärkungsfaktor ab. Um eine Vorstellung der Größe zu bekommen, folgende Anhaltswerte:
Druckverstärkung 1: Luftmenge in/ Luftmenge out = 1,9
Druckverstärkung 2: Luftmenge in/ Luftmenge out = 2,2
Praktisch heißt das, dass etwa genauso viel Luft zum Betrieb des Druckboosters erforderlich ist, wie einem Verbraucher letztlich zur Verfügung stehen soll.
Ein Blick auf die Kräfteverhältnisse des Druckboosters vertieft das Verständnis zum Vorgang der Druckverstärkung.
In der Abbildung wirken zunächst die Kolbenkräfte F1 und F2 durch den Betriebsdruck. Da ihr Betrag gleich, ihre Wirkungsrichtung aber entgegengesetzt ist, heben sie sich gegenseitig auf. Zusätzlich liegt aber der Ausgangsdruck des Reglers
an der Außenseite eines Kolbens an – bei ganz aufgedrehtem Regler ist das auch der maximale Betriebsdruck.