Air Supply     Grundwissen     1.1. Zielkriterien der Druckluftaufbereitung
Zielkriterien der Druckluftaufbereitung

Die in diesem Kapitel besprochene Druckluftaufbereitung bezieht sich ausschließlich auf Druckluft, wie sie von einem Kompressor an dessen Ausgang zur Verfügung gestellt wird. Der Kompressor selbst und die damit verbundenen Technologien würden den Rahmen dieses Handbuchs sprengen. Die Druckluftaufbereitung hat das Ziel, Druckluft mit drei Hauptmerkmalen für Verbraucher zur Verfügung zu stellen:

• Qualität mit den Kriterien:

Größe mitgeführter Partikel,

Wassergehalt,

zulässiger/ erforderlicher Ölgehalt.

• Quantität unter Berücksichtigung der Mindest- und Maximalquerschnitte
    sowie Form der Schläuche Verschraubungen u.ä. und Leckage

• Druck mit Blick auf Minimal-/ Maximaldruck und Druckgenauigkeit.


Qualität der Druckluft

Die Druckluftqualität ist in der Norm DIN ISO 8573-1 definiert. Diese Norm gilt jedoch nicht für unmittelbar zu atmende Luft und die Medizintechnik. Diese sind in der DIN 3188 definiert. Die Messmethoden zur Prüfung der Klassen sind in DIN ISO 7183 beschrieben.

Die Bezeichnung der Luft mit einer bestimmten Qualität setzt sich aus drei Angaben zusammen und dient als Klassifizierungsschema für Druckluft. Im folgenden Beispiel entspricht die Druckluft der Qualitätsklasse 5.4.2.

Klasse max. Teilchengröße [ µm ] max. Teilchendichte [ mg/m³ ]
1 0,1 0,11
2 1 1
3 5 5
4 15 8
5 40 10

Klassen der festen Verunreinigungen


Klasse max. Drucktaupunkt [ °C ] max. Restwasser [ g/m³ ]
1 -70 0,003
2 -40 0,117
3 -20 0,88
4 +3 5,953
5 +7 7,732
6 +10 9,356
7 nicht definiert nicht definiert

Klassen für den Restwassergehalt


Klasse max. Konzentration [ g/m³ ]
1 0,01
2 0,1
3 1
4 5
5 25

Klassen für den Gesamtölgehalt


Die folgende Tabelle gibt eine Auswahl an Empfehlungen für die Qualitätsklassen in einigen Anwendungsbereichen.

Anwendung Partikel Wasser Öl

  pneumatische Zylinder, Präzisions-Druckregler

5 4 2

  allgemeine Werkstattluft, Gießereimaschinen

4 4 5

  Werkzeugmaschinen, Luftmotoren

4 3 5

  Verpackungsmaschinen

4 3 3

  pneumatische Sensorik

3 3 3

  Luftlager, Instrumentenluft

2 2 2

  Transport von Nahrungsmitteln

2 2 1

  Filmverarbeitung

1 1 1

Empfehlungen für Qualitätsklassen in verschiedenen Anwendungen


Die Quantität der Druckluft

Jede Anlage, jedes Gerät sollte optimal mit Druckluft versorgt werden. So simpel diese Feststellung klingt, genauso schwierig ist es, dieses Optimum in der Praxis zu kennen und zu erreichen. Sowohl eine Unter- als auch eine Überversorgung mit Druckluft haben negative Folgen auf die Technik, Ergonomie und Betriebskosten eines Systems. Bei der Auslegung und Auswahl der Komponenten sind deshalb folgende Dinge wichtig:

• der Druckluftbedarf der einzelnen Verbraucher,
• die Form von Verbindungsstücken (z.B. T-Stück),
• die Länge der Versorgungsleitung insgesamt,
• das Material der Leitungen und mögliche Leckagen.

Druck

Jeder pneumatische Verbraucher ist auf einen für ihn optimalen Arbeitsdruckbereich ausgelegt. Bei Unterdruck wird er also entweder nicht oder nur unzureichend arbeiten können. Gleiches gilt jedoch auch bei überhöhtem Druck. Neben der Zerstörung von Elementen oder des ganzen Gerätes, können sich auch dauerhafte negative Effekte wie deutlich erhöhte Abnutzung von Lagern, Wärmeentwicklung, störende Vibrationen und unangenehme Geräuschentwicklung durch zu hohen Druck einstellen. Aus diesem Grund gilt es also, bei der Auslegung und Auswahl der Elemente den optimalen Arbeitsdruck der Verbraucher (Betriebsdruck) so gut wie möglich zu erreichen.

Druckabfall in einem System wird beispielsweise durch folgendes verursacht:

• lange Leitungen,
• Abzweigungen, Verlegeradien,
• durchströmte Verbraucher wie: Ventile, Filter, Trockner etc.,
• Leckagen, • innen verschmutzte Leitungen etc. und
• rauhe Innenoberflächen der Schläuche und Rohre.

Druckerhöhungen können auftreten durch:

• zu klein dimensionierte Abluftöffnungen und
• verstopfte/ verschmutzte Schalldämpfer, Filter o.ä.




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