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Logikventile

Logikventile bilden eine funktionale Ergänzung der Ventilprogramme. Mit ihnen lassen sich in der Hauptsache Ablauf-, Auswahl- und Sicherheitsschaltungen realisieren. Genau genommen gehören die Logikventile zu den Sperrventilen, da ihre Funktionsweise immer auf dem Sperren verschiedener Luftkanäle basiert.

Es gibt zwei Grundformen der Logikventile:

·  die ODER-Ventile und
·  die UND-Ventile.



ODER-Ventile

Die ODER-Ventile schalten von zwei möglichen Eingängen immer nur jeweils einen frei. Die Bezeichnung der Eingänge erfolgt anders als bei den Wegeventilen. Mit "A" wird der Arbeitsanschluss als Ausgang des Ventils bezeichnet, während die beiden Steuereingänge, an denen die Eingangssignale in Form von Druckluft anliegen, mit "X" und "Y" bezeichnet werden.

Der Grundaufbau der ODER-Ventile ist denkbar einfach. In einem Gehäuse sitzt praktisch zwischen den zwei Eingängen ein frei verschiebbarer Steuerkolben mit einem Dichtungselement.


Längsschnitt durch ein ODER-Ventil
A Arbeitsausgang
X, Y Steuereingänge
1 feste Dichtscheibe
2 Dichtung
3 Steg
4 Steuerkolben


Liegt nun beispielsweise am Steuereingang X ein Druck an, so wird der gesamte Steuerschieber nach rechts verschoben und dadurch der Steuereingang Y verschlossen. Ein später am Anschluss Y angelegter Druck kann nicht zum Anschluss A durchgeschaltet werden, solange an X der Druck noch anliegt. Das könnte theoretisch nur dann so sein, wenn der später zugeschaltete Druck deutlich größer als der zuerst angelegte ist. In diesem Fall wäre die entstehende Kraft groß genug, um den Schieber in die entgegengesetzte Richtung zu bewegen.

ODER-Ventile werden einerseits verwendet, um Wechselschaltungen zu realisieren, mit denen sich beispielsweise ein Antrieb von zwei Orten aus betätigen lässt. Andererseits finden sie auch in größeren Pneumatik-Logikschaltungen ihren Einsatz. Möglich sind aber auch Kombinationen mit Speicherelementen. Während am Eingang X der normale Arbeitsdruck für einen Antrieb oder eine Anlage anliegt, kann der Eingang Y mit einem Speicher verbunden sein. Im Fall eines Ausfalls desDrucks an X würde das Ventil automatisch auf die Druckversorgung aus dem Speicher umschalten, der sonst geschlossen bleibt und so nicht ständig nachgefüllt werden muss.

UND-Ventile

Die UND-Ventile schalten nur dann einen anliegenden Druck zum Arbeitsausgang A frei, wenn an beiden Eingängen X und Y gleichzeitig ein Druck anliegt.

Wie auch die ODER-Ventile sind die UND-Ventile sehr einfach aufgebaut.

Längsschnitt durch ein UND-Ventil
A Arbeitsausgang
X, Y Steuereingänge
1 Dichtscheibe
2 Dichtung
3 Steuerkolben


Wird zunächst nur ein Druck zum Beispiel am Anschluss X angelegt, so wird durch diesen der Steuerkolben nach rechts geschoben und dadurch der Durchgang von X nach A verschlossen. In diesem Moment würde also der Antrieb oder eine Anlage nicht mit Druckluft versorgt. Erst wenn dann auch an dem Anschluss Y ein Druck angeschlossen wird, kann ungehindert Luft von Y nach A strömen. Natürlich nur so lange, wie der Druck an X weiterhin ansteht.

UND-Ventile werden in einfachen Zweihandbedienungen eingesetzt, an die keine hohen Sicherheitsanforderungen – wie z.B. das Zuschalten des zweiten Drucks innerhalb eines eng bestimmten Zeitfensters – gestellt werden. Ansonsten werden sie natürlich auch in Pneumatik-Logikschaltungen verwendet.


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Ausführungsmerkmale


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